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Alisa Buchinger, Salzburgs Sportlerin des Jahres

11.04.2016

  Alisa Buchinger wollte Europameisterin im Karate werden und erreichte ihr Ziel. Mit weiterem Edelmetall ist zu rechnen.    Zarte fünf Jahre war Alisa alt, als ihr Vater sie dem Salzburger Karatetrainer Manfred Eppenschwandtner vorstellte: „Meine Tochter will Karate lernen.“ Eppenschwandtner schüttelte den Kopf. „Tut mir leid. Sie ist noch zu jung.“ Alisa gab nicht nach. Sie hatte zufällig im Fernsehen eine Szene gesehen, in der Karate gekämpft wurde. So kämpfen wollte sie auch können. Eppenschwandtner drückte ein Auge zu und ließ das quirlige Kind mit der Gruppe mittrainieren. Er erkannte sofort: Hier wächst ein Ausnahmetalent heran.   Siebzehn Jahre später setzte sich Alisa in Istanbul wieder etwas in den Kopf: Sie wollte Österreichs erste Europameisterin im Karate werden. Die Vorrundenkämpfe der EM 2015 hatte sie eindrucksvoll gewonnen. „Eppi, heute mache ich das Gold“, sagte sie beim Frühstück im Hotel zu ihrem Trainer. Im Finalkampf in der Klasse bis 68 kg ließ Alisa Buchinger der Schweizerin Elena Quirici nicht den Funken einer Chance. Sie wurde erste Karate-Europameisterin Österreichs – und das Timing hätte exakter nicht sein können. Wenig später holte die Vorarlbergerin Bettina Plank in der Klasse bis 50 kg ebenfalls Gold. Manfred Eppenschwandtner feierte als österreichischer Bundestrainer einen doppelten historischen Triumph. Das Gefühl des Gewinnens lernte Alisa schon in ihren ersten Wettkämpfen kennen. Sie fegte als Seriensiegerin durch alle Nachwuchsklassen, holte auch hier einige EM-Titel und verschaffte sich in der allgemeinen Klasse sofort Respekt. Drei Gesamtsiege in der Premier League etablierten sie in der Weltspitze. Von der WM 2014 in Bremen kehrte sie mit einer Bronzemedaille nach Hause, von den Europaspielen 2015 in Baku mit Silber. Karate ist Sport, ist Lebensgefühl, ist Selbstverteidigung. Die Organisation Sonne International trat an Alisa Buchinger heran. Sie flog nach Bakraur in Bihar und zeigte in einer der ärmsten Regionen Indiens, wie sich Mädchen bei Übergriffen wehren können. Sie erlebte, wie Menschen in Verhältnissen leben, die in Europa unvorstellbar sind. Sie vermittelte, wie Karate helfen kann, das persönliche Selbstbewusstsein zu stärken. Nach ihrer Bronzemedaille verkündete Alisa: „Jetzt gebe ich noch mehr Gas.“ Als Europameisterin steckte sie sich ein neues Ziel: „Jetzt will ich auch Weltmeisterin werden.“ Das wäre noch nicht der Gipfel in ihrem Sport. Die Chance ist groß, dass Karate ab 2020 endlich zum Olympiaprogramm gehört.   „Das Wichtigste ist Respekt. Im Karate lernt man, andere zu respektieren. Im Wettkampf muss man pushen, aber Grenzen einhalten. Aggression allein führt zu nichts.“ Alisa Buchinger, Salzburgs Sportlerin des Jahres; Quelle: OTHMAR BEHR  Salzburger Nachrichten 11.04.2016

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