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Als der Traum wahr wurde

29.12.2016

Tolle Ergebnisse inmitten der Weltklasse erreichten Salzburgs Karateka im nun zu Ende gehenden Jahr viele. Aber die Ereignisse der Tage von 26. bis 30. Oktober in Linz überstrahlen alles. "Ich will Weltmeisterin werden", hatte Alisa Buchinger vor Jahren auf ihre Homepage geschrieben. Wie viele Sportlerinnen und Sportler träumte sie vom Augenblick des ganz großen Triumphs. Er wurde 2016 wahr. Schon am ersten Wettkampftag, zugleich Nationalfeiertag und Buchingers 24. Geburtstag, legte die Salzburgerin los - nur bekam sie vom Kampfgericht zunächst nicht die verdienten Punkte zugesprochen. Trainer Manfred Eppenschwandtner forderte zwei Mal den Videobeweis ein und bekam beide Male recht. "Das war ungemein wichtig für den weiteren Verlauf der WM, Alisa gewann den so wichtigen ersten Kampf und zeigte dann befreit ihre Stärken", sagt Eppenschwandtner rückblickend. Buchinger fegte durch die weiteren Vorrunden und ließ im Finale der Dänin Katrine Pedersen überlegen mit 9:1 keine Chance. "Dieser WM-Titel ist für mich ein Lebenswerk", schildert Eppenschwandtner, "Alisa ist eine Ausnahmesportlerin. Sie wollte als Fünfjährige schon Karatekämpferin werden und ist zielstrebig ihren Weg gegangen. Oft musste ich sie bremsen. Im WM-Jahr sind wir taktisch vorgegangen und haben sogar die letzte Premier League vor Linz ausgelassen, damit uns die anderen nicht in die Karten blicken. Aber das Leben geht weiter. Alisa ist auch als Weltmeisterin hungrig nach Erfolgen. Mit dem nötigen Glück kann sie sich die nächsten zehn Jahre in der Weltspitze halten." Ab 2020 ist Karate eine olympische Disziplin und Eppenschwandtner will zumindest bis zu diesem Termin als Trainer, sowohl in Salzburg als auch für den Karatebund, weitermachen. Mit dem neuen Vorstand unter Prä sident Simon Klausberger wurde Eppenschwandtner nach den Turbulenzen im Bund einig. "Wir haben Alisa und wir haben ein starkes Team sowie einen talentierten Nachwuchs", beschreibt Eppenschwandtner die Lage im Salzburger Karatelager. Bei den Burschen etablierten sich Thomas Kaserer und Stefan Pokorny in der Weltklasse. Luca und Robin Rettenbacher drängen nach. Wie Buchinger, Kaserer und Pokorny schafften auch die Zwillinge die Aufnahme in die Betreuung des Bundesheeres. Am Standort Rif ist Leistungsdia gnostiker Csaba Szekely in die Trainingsarbeit eingebunden. Bei den Mädchen werden Julia Reiter und Nina Vorderleitner immer stärker. "Etwas darf nicht unterschätzt werden: Alisa stellt mit ihren Erfolgen die Leistungen der Burschen in den Schatten. Aber bei den Männern ist die Konkurrenz sehr zahlreich", stellt Eppenschwandtner fest, "und Alisa profitiert enorm davon, dass sie mit unseren Burschen trainiert." ( Quelle: SN 29.12.2016)

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